Unity Media: Nagra Umstellung fast abgeschlossen

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Die aktuell laufende Umstellung der Nagravision Karten auf ROM 181 ist sogut wie vollendet.

Derzeit werden auf dem ECM Stream, der über die CAID 0×1722 gesendet wird, noch mit dem alten Verfahren verschlüsselte ECMs gesendet.
Die neuen Karten müssen also für die Übergangsphase das alte System zusätzlich beherrschen.

Seit 28.03. wird für die ECMs im 0×1722 ECM Stream ein neuer, öffentlich nicht bekannter Key mit Index 0×01 verwendet, weshalb diese zurzeit nicht mehr per Emulation zu entschlüsseln sind.
Dieser Key war schon bei der Auslieferung der neuen Karten für die Übergangsphase auf diesen vorhanden.

Derzeit verwenden nur noch wenige Unity Media Sender den alten Key.

Unity Media Kartentausch

Der von Unity Media bereits Mitte 2011 angekündigte Kartentausch geht jetzt anscheinend in die Zielgerade.

Alle Kunden mit den kompromittierten ROM110 und ROM122 Nagravision Karten erhalten eine neue ROM181, mit EEPROM Revision DVRL00.

Die Karte lässt sich mit bekannten SoftCAMs betreiben, und nutzt bereits bekannte Session-Crypt-Techniken.

Neue CSA Attacken

Mit der Unterstützung aktueller Grafikchips rücken die benötigten Zeiten um das Control Word für ein CSA scrambled MPEG TS Paket zufinden weiter in “Echtzeit”-Nähe.

Dieses Szenario ist auch bekannt als Streamhack.

Hintergrund ist das bei allen im DVB-Norm sendenden PayTV Providern genutzte Common Scrambling Algorithm Verfahren mit dem die Audio- und Videodaten verschlüsselt werden.
Der zur Entschlüsselung notwendige Schlüssel, auch Control Word (CW) genannt, besteht aus 8 Byte, von denen 2 Byte eine Art Prüfsumme darstellen. Diese 2 Byte können also aus den übrigen 6 Byte errechnet werden. Daher ergeben sich 2 hoch 48 mögliche CWs (6 Byte = 48 Bit).

Diese CWs werden bei den meisten PayTV Providern in Zyklen von unter 10 Sekunden erneuert, und verschlüsselt über einen vom Audio- und Videostrom unabhängigen Datenstrom an die Endgeräte gesendet.
Ein sich im Endgerät (Receiver) befindliches Entschlüsselungsmodul (häufig in Form einer Smartcard) entschlüsselt dieses verschlüsselte CW und gibt es zurück an die CSA Descrambler Einheit, die dann den Audio- bzw. Videostrom entschlüsseln kann.
Diese Verfahren werden als Conditional Access Systems (CAS) bezeichnet und sind unter Namen wie Nagravision, Videoguard, Viaccess etc. bekannt.

Bisherige Hacks setzten immer bei diesen CA-Systemen an, und basierten auf Schwachstellen in der verwendeten Hard- oder Software, durch die man die verschlüsselten Datenströme die die CWs übertragen, auch ohne gültige Smartcard entschlüsseln konnte.

Die Idee des Streamhacks setzt eine Stufe tiefer an, und somit alle CA-Systeme außer Kraft.
Die Sicherheit der CSA/CAS Kombination besteht darin, einen Schlüssel aus einem relativ großen Raum von möglichen Schlüsseln für nur eine sehr kurze Zeit zu nutzen (1:281474976710656). Es ist also nahezu unmöglich den Schlüssel (CW) in Echtzeit zu finden.
Selbst wenn man nur eine Sekunde benötigen würde, würde das Video bei jedem CW-Wechsel für eben diese Sekunde stehen bleiben, bis das aktuelle CW ermittelt wurde. Um einen flüssigen Ablauf zu garantieren müsste man den Videostream einige Zeit puffern (ähnlich Timeshift).

Berechnet man diese CWs im Vorraus, und speichert sie für eine schnelle Suche optimiert in einer Tabelle (sogenannte Rainbow-Table) ist es mit CUDA Unterstützung möglich in weniger als drei Minuten durch probieren (Bruteforce) das passende CW zu finden.

Da in den verschlüsselten TS Paketen immer wieder identische Bytevektoren auftreten (sogenannter Known-Plaintext, z.B. im Header der verschlüsselten Nutzlast), kann man daran einen “CW-Match” identifizieren, und das gefundene CW zum Entschlüsseln für die komplette Zyklusdauer verwenden.

Da das CSA Verfahren in den 90er Jahren entwickelt wurde, könnte durch immer günstigere und schnellere Speicher sowie immer leistungsstärkere Grafikchips langsam die Zeit des CSA ablaufen.
Noch ist die CUDA-Rainbowtable Methode nicht massentauglich, da hierfür sehr teure Hardware (Grafikkarte, Plattenspeicher zum Speichern der mehrere TB großen Rainbowtables) notwendig ist.
Auch besitzt der CSA bisher keine bekannten mathematischen Sicherheitslücken, durch die es große Abkürzungen beim Durchprobieren sämtlicher CWs geben könnte.

Aber durch steigende Rechenleistung und höhere Speicherdichten könnte es in ferner Zukunft für die PayTV Provider zu Probleme kommen.
Da der CSA Descrambler in vielen Receivern als Hardware-Element verbaut ist, ist ein einfacher Umstieg auf CSA-2 (bereits entwickelt) nicht möglich. Sämtliche Receiver und CA-Module müssten beim Kuden ausgetauscht werden.

tiTan doch nicht Open Source!

Die neu entwicklete grafische Benutzeroberfläche tiTan wird es doch nur in einer kommerziellen Fassung geben!

tiTan wurde lange Zeit vom AAF-Team als neuer, ultimativer Enigma2 Nachfolger propagiert und als Open Source Projekt angepriesen.

tiTan ist eine Nachbildung von Enigma2, komplett in der Hochsprache C implementiert.
Dies bringt imense Geschwindigkeitsvorteile gegenüber dem normalen Enigma2 mit sich. Die Geschwindigkeiten sind mit NeutrinoHD zu vergleichen.

Aufgrund dieser Performance galt tiTan als perfekte GUI, auch für digital Receiver mit älterer Hardware.
Vom AAF-Team wurde in den vergangenen Wochen und Monaten immer wieder Support für viele Receivermodelle wie dem UFS910, AT700, AT7000 (und baugleiche) angekündigt.

Gestern stellte sich allerdings heraus, dass tiTan voerst nicht für diese Receivermodelle weiterentwickelt, und auch der Source Code nicht veröffentlicht wird!
tiTan wird inzwischen nur noch als kommerzielle Standard-Oberfläche für ein kommendes Receivermodell aus dem Hause Atemio (vormals Atevio) weiterentwickelt.

DMM: Enigma2 nun “closed source”

Das bisher als open Source verfügbare GUI Projekt Enigma2, welches ursprünglich von Dream Multimedia entwickelt wurde, ist seit Heute ein closed Source Projekt.

Dream Multimedia hat die Quelltexte von Enigma2 aus dem offiziellen Dreambox GIT Repository entfernt.
Dadurch kann nun auch die Community keine “Custom-Images” mehr erstellen.

Enigma2 ist eine grafische Benutzeroberfläche (engl. GUI) für Linux basierende Digitalreceiver, welche mit dem Verkaufsstart der DM7025 veröffentlicht wurde.
Bisher war es möglich den aktuellen Entwicklungsstand von Dream Multimedia aus einem öffentlichen GIT Repository auszuchecken, und die GUI für eigene Zwecke umzugestalten oder neue Funktionen hinzuzufügen.

Enigma2 wurde auf etliche andere Receiverplattformen portiert.